Unsichere Zukunft nach 100 Jahren Naturfreunden!
Aufgrund verschiedene Handlungen, Reaktionen, Äußerungen von
Funktionären des Landesverbandes sieht für mich die Zukunft der
Naturfreunde recht düster aus.
Kann man noch ernsthaft hinter einem Verband stehen, der nur noch ein bisschen
administriert, alle Probleme schön redet
oder unter den Tisch wischt, schöne teure Werbebotschaften verschickt
aber deren Botschaft selbst nicht lebt?
Bergsportverband St. Gallen-Appenzell
Am 3. Dezember 2004 fand die Gründungsversammlung des neuen
Bergsportverbandes St. Gallen-Appenzell statt. Wegen weiterhin vorhandenem
Misstrauen, aber auch wegen strukturellen Probleme vieler Sektionen wird
der Verband nur 3 kleinere Sektionen und einigen wenigen Aktiven getragen.
Damit der Verband länger als der Regionalverband überlebt muss die
aktive Basis verbreitert werden. Ebenfass müssen die Finanzen besser im
Griff sein.
Positiv ist jedoch, dass Leiter wie Bergsportteilnehmer sich durchaus
engagieren, sofern diese vernünftige Strukturen vorfinden.
Nachfolgeorganisation NF Regionalverband Ostschweiz
Rund 4 Monate nach dem Beschluss zur Auflösung Regionalverband scheint es
so, dass die Sektionen verschiedene Wege gehen:
- Thurgauer Sektionen gründen einen neune Kantonalverband mit
Minimal-Programm
- St. Galler Sektionen verzichten auf neuen Verband und bleiben vorerst nur
in losem und
freiwilligen Kontakt untereinander.
- Ruedi Angehrn (Sektion Appenzell) gründet neuen Bergsportverband St.
Gallen/Appenzell,
es macht aber aber bestenfalls eine kleine Minderheit St. Galler mit.
Auflösung Regionalverband an ausserordentlichen DV in Arbon 17. Juni 2004
Da an letzter ordentlichen DV der Vorstand RV nicht mehr besetzt werden
konnte, hat sich eine Arbeitsgruppe intensiv um eine Lösung bemüht und zu
einer ausserordentlichen DV eingeladen.
Da das Obligationenrecht zwingend einen Vereinsvorstand vorschreibt und
trotz intensiver Suche bestenfalls drei Personen zur Mithilfe gewonnen
werden konnten, war die Verbandsauflösung nicht mehr aufzuhalten
An der ausserordentlichen Delegiertenversammlung wurde die Auflösung des
Regionalverbandes auf Ende 2004 mit der notwendigen Zweidrittelmehrheit der 40 Delegierten
beschlossen.
Es war schlicht nicht möglich einen handlungsfähigen Vorstand zu bestellen.
Da sich zudem Ruedi Angehrn mit seinem Vorgehen im Kurswesen von der Basis
ziemlich abgekoppelt hat, kam selbst aus Sektionen mit aktiven
Bergsportgruppen kaum noch Unterstützung für den Regionalverband.
Die Verbandsführung und Umsetzung des Beschlusses liegt nun in Händen von
Sachwaltern (Heidi Meier, Peter Schär und Xaver Hutter)
Bis Ende Jahr werden Kurse und Touren gemäss Programm weiter geführt
Jugendprogramm könnte nächstes Jahr in anderer Form eine Fortsetzung finden:
Die Sektion Appenzell mit Ruedi Angehrn plant neu einen
Naturfreundesportverband zu gründen
Anstelle von RV tritt nun ein loser Verbund
Ostschweizer Sektionen, in welchem Kontakte untereinander gepflegt werden
und Anlässe wie z.B. Auffahrtstreffen etc. weiter organisiert werden.
Sieht man vom Verlust Kurswesen (mit den Sporttoto-Subventionen) ab, ist
diese informelle Verbindung zeitgemässer als eine starre Verbandsstruktur.
Wie Auffahrtstreffen, Versammlungen, Anlässe etc. zeigen ist die
Kommunikation unter Sektionen auch recht gut.
Tipp: Schaut auch was andere Sektionen machen, geht mal zu einem Anlass -
meine Erfahrung zeigt: wir sind bei den meisten herzlichst willkommen
Delegiertenversammlung Regionalverband in Arbon 26. März 04
Nach Rücktritt des gesamten Vorstandes konnte dieser nicht neu besetzt
werden. Hauptgrund für diese Situation ist die Uneinigkeit über die
Art der Finanzierung des Kurswesens. Jedoch verlief Versammlung recht
sachlich und es besteht gute Hoffnung, dass eine Lösung für die Probleme
gefunden wird. Jedoch ist es nicht einfach genügend engagierte Leute für den
Vorstand zu finden.
Delegiertenversammlung
Landesverband in Hombrechtikon 8. Mai 04
Die Versammlung verlief trotz einiger schwieriger Entscheide in ruhigen
Bahnen. Nebst üblichen Traktanden wie Berichte, Finanzen und Wahlen wurde
der Verkauf Aktien Naturfreunde Reisen und die Auflösung Solifond
beschlossen. Weiter wurde über das bevorstehende 100 Jahr Jubiläum
informiert. Für das Hotel in Zermatt scheine ein Konkurs unausweichlich, da
bis zur Stunde kein tragfähiges Sanierungskonzept vorliege.
Nachtrag: Ende Mai Naturfreundehotel Zermatt Konkurs angemeldet (Verlust für
NFS ca. 1 Mio. Fr )
NFS wäre damit auch dem Konkurs nahe, wenn nicht Solifond Schulden erlassen
würde!
Der Verstand NFS hat am Niedergang Zermatt genau soviel 'Schuld' wie
Vorgänger - er hat als
Eigentümervertreter über ein Jahr einfach zugeschaut und Schuldzuweisungen
gemacht.
Naturfreunde wohin ?
Die Naturfreundebewegung in der Schweiz hat einige schwierige Jahre
hinter sich. Und die Zukunft wird sicher auch nicht ganz einfach.
Die zwei Hauptprobleme sind:
- Nachwuchsprobleme - insbesondere ist es auch schwierig alle Ämter mit
kompetenten
Leuten zu besetzten.
- Uneinigkeit über Vorgehen in verschiedenen Bereichen - vor allem
auch wie die inzwischen
knappen finanziellen Mittel eingesetzt werden sollen.
Die Aufteilung der Aufgaben zwischen Sektion -
Regionalverband und Landesverband ist auch nicht immer einfach - es gibt
starke Sektionen die gut ohne Verbände leben können, aber viele Sektionen
brauchen die in vielen Bereichen Unterstützung.
Dies veranlasst mich ein paar Gedanken über die Funktion der
Sektionen und Verbände zu machen.
Ich sehe für Naturfreunde folgende
Ziele:
- Touren- und Kurswesen, sinnvolle
Freizeitbeschäftigung
- Häuserwesen - Naturfreundehäuser
- Natur und Umwelt, Kulturlandschaft
Die Aufgaben des Landesverbandes NFS sehe ich
in:
- Unterstützung der Sektionen in den 3 oben
definierten Ziele, als auch Durchführung von überregionalen Projekten.
- Dienstleistungen für Vereine, Zeitschrift
- Verbandswesen, Zusammenarbeit mit anderen
Verbänden national/international
- Nichtkernaktivitäten, wie Naturfreundehotel,
Reisebüro etc.
(möglichst zu reduzieren)
Der Landesverband kann und soll grössere
überregionale Projekte anfassen - Kulturweg Alpen oder Landschaft des
Jahres sind solche Projekte. Nationale Werbung, Ausbildung von Leitern
und Vorständen gehört auch zum Aufgabenkreis des Landesverbandes.
Für den Regionalverband NFO sehe ich
folgende Funktionen:
- Plattform für Zusammenarbeit regionale Vereine
- Ergänzen der Angebote der Sektionen
wo Sektionen wegen technischen Gründen (Leiter, Ausbildung), zu
kleine Teilnehmerzahlen, Kostengründen, etc. diese selbst kaum
anbieten können.
- Ergänzen der Dienstleistungen
Landesverband
wo NFS aus finanziellen, politischen, geographischen, etc. Gründen
solche nicht oder nur ungenügend wahrnimmt.
Aktivitäten für Kinder und Jugend, aber auch
Basiskurse für Erwachsene werden von Sektionen nur ungenügend angeboten
- und hier springt der Regionalverband ein. Kinderbergsteigen, Jugend und
Sportaktivitäten und Erwachsenenkurse sind solche sinnvolle regionale
Angebote.
(Ausnahme Skischule wird von Sektionen St. Gallen und Rorschach
angeboten).
Auch das Durchführen von weiterführenden Kursen (z.B. für Leiter) macht
im NFO Sinn, damit die Sektionen nicht vollständig von NFS abhängig
werden.
Nachtrag: Mit Auflösung NFO fallen Ergänzungen Angebote
Sektionen (2.) und Ergänzungen zu NFS (3.) völlig dahin. Daher sind die
Sektionen gefordert mehr selber zu machen - und Vereinsmitglieder nutzen
auch vermehrt die Angebote/Kurse anderer Sektionen.
Positiv zu vermerken ist jedoch, dass nahe an der Basis organisierte
Angebote auch viel weniger Personalprobleme haben als in einer
Laienorganisation weit weg von der Basis (wie der NFO eine war)
Das Naturfreundegedankengut wird in den Sektionen
gelebt. Sie sind die Besitzer der Naturfreundehäuser und müssen diese
ohne grosse Verbandshilfe selbst durchbringen. Sie organisieren Touren
und gesellige Anlässe. Nur mit einem attraktiven Programm, welches aber
engagierte Leute braucht, können heute neue Mitglieder gewonnen werden.
Notizen zu einigen Themenkreisen
Bereich Natur und Umwelt, Kulturlandschaft Da das Engagement in diesem Bereich teilweise politisch ist, gibt es in
diesem Bereich immer wieder Meinungsverschiedenheiten. Manchmal werden aus
dieser Optik sogar eigene Aktivitäten im Tourenwesen bekämpft. Da die
finanziellen Ressourcen sehr begrenzt sind und Naturschutz durch andere
Verbände abgedeckt wird, sollten sich Naturfreunde eher auf den Bereich
Pflege Kulturlandschaft - dem vom Menschen geschaffenen Lebensraum widmen.
Dabei darf nicht vergessen werden, dass der Mensch auch in der
Vergangenheit seine Umgebung immer wieder verändert hat.
Naturfreundehotels
Mit ehemals 3 Hotels (Wergenstein, Wildhaus, Zermatt) hinterlassen
verschiedene den Naturfreunde angeschlossene Organisationen Schulden von
mehreren Millionen Franken, die von Gläubigern und auch von NFS getragen
werden müssen.
Da es auch andere Hotels auf privater oder genossenschaftlicher Basis
mit ähnlicher Zielsetzung existieren, besteht nach Meinung auch nicht
die Notwendigkeit zur Führung eigener Hotels.
Kurswesen
Das Kurswesen wird heute stark via Sport-Toto und Jugend und Sport
Gelder mitgetragen. Wie weit die Vereine das Kurswesen mitfinanzieren sollen
ist umstritten. Da Wandern heute dank der Mobilität fast zu 100% eine
private Beschäftigung geworden ist, ist nach meiner Meinung eine Investition
in der Ausbildung in anderen Aktivitäten ein Muss für eine Zukunft der
Naturfreunde.
Ein Spannungsfeld ist manchmal auch die Konkurrenz zu professionellen
Anbietern von Outdoor- Aktivitäten. Ich gehe aber davon aus, dass mancher
welcher den Einstieg über die Naturfreunde gefunden hat auch Kunde von
solchen Anbietern wird.
Verwendung Mitgliederbeiträge Sektion Rheintal
Im Schnitt zahlt ein Mitglied ca. 40.- pro Jahr (Einzelbeitrag 65.-,
Beitrag ganze Familie 95.-)
davon gehen 28.- an NFS (70%), 2.40 an NFO (6%), 1.60 an Inkassospesen
(4%), und Fr. 8.- an Sektion NFR (20%).
NFS hat ca. 23'000 Mitglieder, NFO ca. 2'500 und Sektion NFR ca. 80
Mit dem Anteil Sektion kann nur rund
ein Drittel allgemeinen Vereinsausgaben gedeckt werden (Rest - als auch
Beiträge an Kurse - werden mit sehr viel Fronarbeit Hütte
erwirtschaftet)
Der Anteil NFO reicht für Grundaktivitäten Verband, nicht aber für gute
Werbung (z.B. OFFA) oder Beiträge für Kurse, Jugend, etc. Die heutigen
vielen Angebote (mit ca. 100'000.- Umsatz) sind nur dank Beträgen
aus Jugend&Sport und Sport-Toto in dieser Art möglich.
Vom durchschnittlichen Beitrag an NFS von
28.- wird etwa 24.- für Infrastruktur, Vorstand, DV und Geschäftsstelle
gebraucht. Der Rest wird für NFI und Zeitschrift benötigt.
Die restlichen Ausgaben - für die eigentlichen Kerngebiete Naturfreunde -
sind bescheiden, oder werden fast vollständig von Dritten subventioniert
(Bundesamt für Sport, Buwal, Helsana, ...)
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